Bayerns FDP-Chef bläst zum Sturm auf die Regierung

Von Hermann Lindwehr. Am 28.04.2015 in den Grafschafter Nachrichten erschienen.

Die FDP Bad Bentheim hatte am Freitagabend den bayerischen Landesverbandsvorsitzenden Albert Duin zu einem Diskussionsabend im Hotel Grossfeld zu Gast.

albert_duin_bad_bentheimBad Bentheim. Der Kandidat zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden nahm die politische Konkurrenz aufs Korn und präsentierte das liberale Gegenangebot. Unter dem Titel „Chancen Republik Deutschland“ zog der 1953 in Emden geborene Ostfriese, der seit 2006 Parteimitglied ist und im November 2013 überraschend zum Landesvorsitzenden der FDP Bayern gewählt worden war, gegen die politische Konkurrenz zu Felde. Er geißelte die „wirtschaftsfeindliche Politik“ der Bundesregierung als Gegenwind für die Gründer und Handwerker in Deutschland und kritisierte, dass es in Deutschland an Offenheit für Modernisierung fehle: Die Linken sehnten sich nach einer Vergangenheit ohne Globalisierung und Wettbewerb, die Rechten nach einer Vergangenheit ohne Multikulti und berufstätige Frauen, die Grünen nach einer Vergangenheit, als der Mensch in Höhlen und auf Bäumen vegetierte. Duin sprach sich für mehr Fortschrittsfreundlichkeit aus.

Der Ostfriese in Bayern sagte: „Die FDP traut den Bürgern etwas zu und begreift Fortschritt sowie Veränderung als Chance und nicht als Bedrohung.“ Er kritisierte insbesondere Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sowie den „Regelungswahn“ der Großen Koalition: „Immer, wenn Nahles ein neues Gesetz ankündigt, meldet ein Mittelständler in Deutschland aus Angst Insolvenz an.“ Nahles sei die erste „Arbeitsplatzvernichtungsministerin“ der Bundesrepublik. Großkonzerne könnten die Vorschriften problemlos umsetzen, Unternehmensgründer müssten dagegen vor der Bürokratie kapitulieren.

Duin warnte auch vor der „skandalösen Arroganz“ des Grünen-Parteichefs Cem Özdemir. Dieser habe in einem Interview gesagt, dass er froh sei, als Kind gutes Deutsch gelernt zu haben, sonst wäre er wohl nicht Bundestagsabgeordneter, sondern Kfz-Mechaniker geworden. „Deutschland kann nicht auf Handwerker verzichten“, unterstrich Albert Duin: „Ich habe noch nie einen Akademiker erlebt, der einen Nagel in die Wand diskutiert hat. Irgendwann muss jemand kommen und den Nagel einschlagen.“

Duin forderte zum Schluss der Veranstaltung: „Wir müssen die ganze Gesellschaft vor der wahnsinnigen Bürokratie schützen. Die FDP fordert den Einstiegslohn auch unter 8,50 Euro und will für die Mittelständler, Freiberufler und kleinen Handwerksbetriebe Poller gegen die Übergriffe des Staates und Schutzschirm für die Zukunft sein.“

 

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